Der Sinn des Lebens...

Welchen Sinn hat das Leben? Hat sich diese Frage nicht jeder einmal gestellt? Ist es nicht die Frage aller Fragen? Immer wieder, insbesondere wenn ich an Weggabelungen stehe, stelle ich mir diese Frage, gibt es einen Grund dafür, dass ich vor diesen für mich so unlösbar erscheinenden Entscheidungen stehe? Worauf muss ich schauen, um nicht den falschen Weg zu gehen? Wonach kann ich entscheiden? Ist der Sinn etwa vorgegeben, gibt es ein Schicksal und es ist gar nicht meine Entscheidung, sondern ich würde ohnehin immer den vorgegebenen Weg gehen?

Oder ist es wieder eine Frage von Angst und Mut, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und nicht nur schicksalhaft zu ertragen. Ich denke, den Sinn des Lebens erkennt man erst an dessen Ende, eben weil man erst dann rückblickend seine Entscheidungen und Handlungen im Leben betrachten kann, die dem eigenen Leben den Sinn gegeben haben... und genau das ist der Schlüssel... Ich sollte mich nicht ständig nach dem Sinn des Lebens fragen, sondern meinem Leben einen Sinn geben.

Anja am 18.6.09 10:44

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


bummi (19.6.09 23:04)
Liebe Anja,
„was ist der Sinn des Lebens?“ Gibt es den? Ist es nicht die ewige Suche nach einer Antwort, was den Sinn ausmacht? Was ist Sinn überhaupt? Du merkst schon, man kann von einer einzigen, simplen Frage ein ganzes Sammelsurium an Fragen ableiten, aber bekommt auf die wenigsten eine Antwort. Da wäre die Frage, was wäre, wenn wir den Sinn des Lebens eindeutig identifizieren könnten, wenn wir die Antwort auf die Frage aller Fragen bekämen?
Es gibt ein Schicksal, aber es gibt nur einen vorgegebenen Weg, von der Geburt bis zum Tod, dieser Weg ist, meiner Meinung nach, der einzige der uns vorgegeben ist. Wie er verläuft, wie lang, oder kurz er sein wird kann niemand voraussagen. Lediglich die Richtung ist bestimmt, die Entwicklung von der Zelle zum Menschen.
Weggabelungen, welchen Weg soll ich gehen – nach rechts, oder nach links, oder ist es vielleicht doch eine Dreiergabelung, gibt es da vielleicht doch noch einen Mittelweg, den goldenen genannt? Wie soll ich entscheiden? Entescheide ich überhaupt selbst? Nein, wir entscheiden nicht selbst – und ja in den seltensten Fällen lassen wir zu, dass der Kopf entscheidet, wir lassen das Herz jede Menge entscheiden, dem Bauch billigen wir auch sehr häufig zu, die richtige Wahl getroffen zu haben – schließlich, eher selten, lassen wir auch den Kopf eine Entscheidung treffen. Jedoch bei allen drei „Entscheidern“ wissen wir nie, ob es die richtige Entscheidung ist.
Oft ist es gut, wenn man den richtigen Weg auf Anhieb findet, aber ebenso gut könnte es doch sein, ein Stück eines Weges zu gehen, um Erfahrungen zu sammeln, dann aber wieder um zu kehren und einen anderen Weg ein zu schlagen.
Angst und Mut, auch zwei so untrennbare Geschwister – schon wenn Du beide fühlst, hast Du Dein Leben bereits in die eigenen Hände genommen, weil Du entscheiden musst, ob Du die Angst, oder den Mut in der gegenwärtigen Situation wählen sollst. Zwei Wege, nicht vorbestimmt, drei mögliche Formen der Entscheidung (Herz, Bauch, Kopf). Und nun wird’s


bummi (19.6.09 23:05)
wie immer in zwei Teilen - Teil II
ganz verzwickt, das Herz sagt: hab Mut, der Bauch sagt: du musst keine Angst haben, der Kopf sagt: wäge gut ab, sei bedacht, lass Vorsicht walten. Was nun ? Eine Weggabelung, verschlungene Pfade – auf alle Fälle aber ein Chaos der Gefühle, das da gerade entstanden ist. Wie sollst Du da nur wieder raus kommen. Der Wissenschaftler würde jetzt sagen: analysieren, Prognostizieren, entscheiden. Der Praktiker würde sagen – probieren, nachbessern, wird schon irgendwie klappen. Der Philosoph würde, und hier schließt sich der Kreis, nach dem Sinn fragen, nach dem Sinn, welchen die Entscheidungen des Herzen, des Bauches und des Kopfes auf einen Nenner bringen könnte. Man könnte dieses Spiel endlos fortsetzen, es würde zu einer philosophischen Endlosschleife führen.
Du hast Dir die Antwort selbst schon gegeben, kurz, prägnant, sinnhaft und vor allem mit unendlich viel Inhalt „aufhören nach dem Sinn des Lebens zu fragen, dem Leben einen Sinn geben“, denn am Ende selbigen, wird Dich nicht mehr die Frage nach dem Sinn des Lebens im eingangs geschilderten Sinne beschäftigen, sondern es wird sich Dein Augenmerk auf Deine Schlussbemerkung lenken – welchen Sinn habe ich meinem Leben gegeben. Ich bin, Gott sei Dank, noch nicht gestorben, von daher kann ich nicht beurteilen, ob und wie ich die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens bekommen werde, ich glaube ich will das auch nicht – wichtiger ist am Ende sagen zu können – ich habe meinem Leben einen Sinn gegeben. Du hast Deinem Leben bereits einen sehr schönen Sinn gegeben – Dein Sohn.
Damit möchte ich schließen und verbleibe mit lieben Grüßen.

Jürgen


Karina (25.6.09 09:41)
Liebe Anja,

der Sinn... die Frage nach dem Sinn, darauf wird es wohl tatsächlich erst im Nachhinein eine Antwort geben!

Ich stelle mir diese Frage nicht mehr, denn immer wenn ich das Gefühl habe den Sinn zu erkennen, passiert etwas, was all meine Gehirnwindungen verschiebt und wenn ich es wieder betrachte hat sich einiges in mir geändert!

Vielleicht ist es die ständige Veränderung des Alltags, die uns dahin führen wo wir hin sollen, Du schreibst von Wegweisern. Klar kommt alles wie es soll und nimmst Du mal die falsche Abbiegung bin ich sicher, dass Du dennoch irgendwann wieder auf den gleichen Weg gelangst, trotz des Umweges!

Drückers!

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