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Eine Kerze für unendliche Liebe...

...und nun brennt sie wieder meine Sternenkinderkerze... Immer wenn ich diese Kerze anzünden muss, gehen die selben Gedanken durch meinen Kopf... wie unerträglich muss der Schmerz sein, sein Kind zu verlieren, wenn allein schon die Vorstellung, dass meinem Sohn etwas zustoßen könnte, mir das Herz zerreisst. Und noch eines wird mir in diesem Moment schlagartig bewusst, es kann Jeden zu jeder Zeit treffen, jeden Moment kann hier das Telefon klingeln, jeden Moment jemand mit dieser grausigsten aller Nachrichten vor der Tür stehen und ich muss mich zusammenreissen, allein bei dem Gedanken nicht in Panik zu verfallen.

Wir können unsere Kinder nicht auf Schritt und Tritt beschützen, damit würden wir ihnen ihr Leben, ihre Individualität und ihre Freiheit nehmen. Und doch ist man versucht, alle Gefahren von seinem Kind abzuwenden. Diese Hilflosigkeit, genau zu wissen, dass einem das nie gelingen wird, bringt mein Mutterherz manchmal zur Verzweiflung. Ich muss ehrlich zugeben, hätte ich gewusst, was ein Kind in der Gefühlswelt ändert, welchen Spagat es zwischen unendlicher Liebe und Ängsten auslösen kann, ich hätte meinen Kinderwunsch auch einmal aus einer anderen Perspektive betrachtet. Aber Gefühle kann man eben nicht vorher abschätzen, bevor man sie selbst erlebt hat.

Das Schicksal anderer zeigt einem immer wieder die eigene Verletzlichkeit auf, warum es einem in bestimmten Fällen näher geht, als in anderen Fällen habe ich noch nicht ergründen können.

Mein Herz ist heute so schwer. Liebe Martina, fassungslos habe ich vom Verlust Eures Sohnes erfahren. 7 Jahre durftet ihr Euren Sonnenschein durchs Leben begleiten. Euren Schmerz, dass er nun nicht mehr bei Euch sein darf, kann ich nicht einmal ansatzweise nachempfinden, es gibt keine Worte, die Euch jetzt trösten können. Lieber Luca, meine Kerze brennt heute nur für Dich und symbolisch für die unendliche Liebe einer Mutter zu ihrem Kind.

1 Kommentar Anja verlinken 3.7.09 14:47, kommentieren



Nie wieder - ICH - ....

So langsam geht mir die Kraft und der Mut aus... Wieder einmal stehe ich ganz am Anfang. Ich kehre immer wieder zurück, zurück zu meinem alten ICH - egoistisch, verletzend, Ich-bezogen- ohne es zu bemerken...und jedes mal erschreckt es mich, wenn ich diese Erkenntnis erlange. Nie wollte ich so sein, wie ich bin, aber offensichtlich hat mich mein Leben in ein ICH gezwungen, aus dem ich nicht heraus kann. Ich weiss nicht warum das so ist, wo liegt der Grund, dass man scheinbar wie durch eine unsichtbare Hand geleitet, immer wieder den selben falschen Weg wählt, egal wie oft man sich zuversichtlich wieder zum Anfang zurückbegibt. Vielleicht ist der Weg auch ein Kreis und ich habe es nur noch nicht bemerkt ? Vielleicht muss es so sein, vielleicht ist es der Grundcharakter eines Menschen, den man einfach nicht ändern kann? Vielleicht ist es mein Talent, Menschen schlecht zu behandeln? Auf all diese Fragen habe ich keine Antwort. Jedoch quälen sie mich.

Ich habe auf einmal panische Angst, Menschen zu verletzen, jedes Wort, jeden Satz prüfe ich für mich dreimal, bevor ich ihn ausspreche oder schreibe, ich bin wie gelähmt. Ich möchte nicht wieder mit Erschrecken feststellen, dass ich keinen Schritt weiter bin und immernoch oder wieder am Anfang stehe, ich möchte nicht mehr zurückkehren!

Kennt Ihr diese Träume, in denen man vor etwas flüchtet, sich versucht zu verstecken und deswegen mal den rechten mal den linken Weg wählt um seine Spuren zu verwischen und dann wenn man sich vermeintlich in Sicherheit wähnt, dreht man sich um und ist genau wieder da, wo man losgelaufen ist.... ein Albtraum, ein wahrgewordener Albtraum!

Ich fliehe vor mir selbst und komme doch immer wieder bei mir an.

Unerträglich.

Anja verlinken 23.7.09 16:03, kommentieren